Geschichtsverein Rösrath
      Aktuell

     
 
Haus Eulenbroich, Torhaus,
Sitz des Geschichtsvereins

geöffnet:
donnerstags von 16-18 Uhr
     

Gasthof zur Brücke
Rösrather Denkmal des Monats September 2015

Seit über 250 Jahren ist eins der bekanntesten Fachwerkhäuser der Stadt nicht mehr aus dem Ortsbild wegzudenken: der Gasthof zur Brücke. Vermutlich dient das Haus bereits seit 150 Jahren als Gastwirtschaft, ehemals auch als Metzgerei. Die originale Fachwerkkonstruktion mit den typisch bergischen Farben und die Lage an der Kirche und der Brücke, die wohl schon bei seiner Erbauung zumindest als Fußbrücke neben einer Furt durch die Sülz bestand, verleihen ihm eine besondere Bedeutung. Es ist das Stammhaus der ältesten Gastwirtsfamilie in Volberg und Hoffnungsthal, der Familie Blech, das nach dendrochronologischen Untersuchungen um die Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Familie Blech lässt sich bis 1764 zurückverfolgen, dem Geburtsdatum von „Urvater“ Georg Blech. Die Heirat seines Sohnes mit einer reichen Frau brachte so viel Vermögen in die Familie, dass ein weiterer Hof angekauft werden konnte, der schräg gegenüberliegenden späteren Gasthof zur Post, der mittlerweile einer Wohnbebauung gewichen ist.

Das heute noch renommierte Lokal an der Volberger Kirche, Treffpunkt für viele Einheimische nach Feierabend, Chorprobe und Feiern, wurde zwischenzeitlich gekürzt, der hintere Teil wich der Verbreiterung der Hauptstraße. Dennoch blieb es das Wahrzeichen von Volberg. Im Herbst 2015 gehen Haus und Gaststätte in neue Hände über, nachdem sie Jahrzehnte lang vom Gastwirtsehepaar Rhiem-Vogel erfolgreich geführt und erhalten wurden.

Das Denkmal
Das traufseitig zur Hauptstraße stehende Hauptgebäude aus Fachwerk mit Lehmgefachen wurde 1754/55 auf einem hohen Bruchsteinsockel errichtet, der durch das höhere Niveau der heutigen Straßenpflasterung wesentlich höher aufragte als heute. Verlängert war das Haupthaus bis nach 1900 durch eine Scheune in gleicher Bauweise eines reinen Stockwerkbaus. Vom oberen Stockwerk sind nur die Fensterbrüstungsriegel sichtbar. Die Sprossenfenster sitzen in Holzgewänden und sind mit Schlagläden versehen, die dem Haus – zusammen mit dem Blumenschmuck – einen „bergischen Charakter“ verleihen. Der Hauseingang erfolgt etwas rechts versetzt der Mittelachse über eine rundbogige Haustüre aus massivem Eichenholz, die in die rechtwinklige Rahmung eingesezt ist. Das zweigeschossige Fachwerknebengebäude von 1899 hat höhere Geschosse als der Hauptbau mit drei Fensterachsen und originalen Galgenfenstern. Über dem separaten Gastraum befinden sich zwei Zimmer und ein Speicherraum.


Literatur:
• Barbara Wenig, Rösrather Geschichtspfade, Rösrath 1994
• Hoffnungsthal, ein geschichtliches Bilderbuch, Schriftenreihe des Geschichtsvereins Rösrath, Band 36, Rösrath 2006

Die bisherigen Denkmale des Monats finden Sie, wenn Sie dem nachfolgenden Link für weitere Informationen folgen:
Denkmale des Monats