Geschichtsverein Rösrath
      Aktuell

     
 
Haus Eulenbroich, Torhaus,
Sitz des Geschichtsvereins

geöffnet:
donnerstags von 16-18 Uhr
     

Kupfersiefer Mühle
Rösrather Denkmal des Monats Januar 2015

Von Bergbau, Mühlrad und Branntwein
Die Spuren des Bergbaus im Kupfersiefer Tal sind deutlich zu erkennen, seine Geschichte liegt jedoch noch ein wenig im Dunkeln. Genauer ist da schon die Entwicklung der Kupfersiefer Mühle dokumentiert: Kein Geringerer als Kurfürst Karl Theodor erteilte 1773 die Konzession zum Bau einer Mahlmühle am Kupfersiefer Bach. Der wurde oberhalb aufgestaut und lieferte das Wasser zum Betrieb des Mühlrads. Heute ist der Mühlteich verlandet, stellt jedoch ein wertvolles Biotop dar. Sehr einträglich war jedoch das Geschäft nicht, denn wie alle Rösrather Mühlen an Nebenflüssen der Sülz war auch die Kupfersiefer Mühle wegen Trockenperioden im Sommer steuerreduziert. So versuchte man sein Glück mit der Schnapsbrennerei, die 1820 erstmals erwähnt wird. 1991/92 wurden die Gebäude saniert und mit einem modernen Anbau ergänzt.

Von der Mühle zur Schnapsbrennerei
Bei der Sanierung in den 1990er Jahren erhielt die Kupfersiefer Mühle ein neues Mühlrad, behielt jedoch innen das alte Mahlwerk, auch wenn es nicht mehr funktionstüchtig ist. Es ist das einzig erhaltene von allen Mühlen Rösraths und befindet sich in einem zweigeschossigen Keller, der noch vom Vorgängerbau des 1855 neu errichteten Haupthauses stammt. Die Hauptwelle führt vom Mühlrad in den Antriebsbereich mit den verschiedenen Zahnkränzen im unteren Kellergeschoss. Im oberen Kellergeschoss sind die Mahlwerke mit ihren Treibrädern vorhanden sowie ein Kran zum Heben von Lasten. Der westliche Anbau war das ehemalige Kesselhaus der Schnapsbrennerei, das nach 1870 errichtet wurde. Vom Brennereiraum gab es nach Westen einen Zugang zu einem langgestreckten Bruchsteinkeller mit Tonnengewölbe.

Das Denkmal
Das Ensemble der Kupfersiefer Mühle war im Laufe der Geschichte zahlreichen Wandlungen unterworfen. Das Haupthaus mit Mühle wurde um 1855 auf einem Vorgängerbau als zweigeschossiger Ziegelsteinbau traufseitig zur Straße errichtet. Die sechsachsige Traufseite zeigt die originalen zweiflügeligen Sprossenfenster mit Holzklappläden, die Haustüre ist eine originalgetreue Rekonstruktion. Das Ziegelfries im Traufbereich gab es auch am Kleverhaus im nahe gelegenen Georgshof, das aus derselben Zeit stammte. Neben dem Kesselhaus entstand nach 1870 ein langgestrecktes Stallgebäude: ein eingeschossiger Satteldachbau mit Kniestock aus Bruchsteinmauerwerk und Fachwerk, das damals eine Verlegung der Straße notwendig machte. Außer diesem ehemaligen Stallgebäude und dem bereits erwähnten Kesselhaus ist im hinteren Bereich noch das eineinhalbgeschossige Backhaus in Ziegelsteinbauweise von 1901 erhalten, in dessen Untergeschoss sich der Schweinestall, im Obergeschoss die Backstube mit abgetrenntem Backofen befanden. Bei der Renovierung wurden die Gebäude der neuen Nutzung als Tagungs- und Versammlungsräume angepasst. Die an das Haupthaus angebaute Scheune wich einem modernen Bau mit großen Glasflächen. Durch ihre ruhige Lage ist die Kupfersiefer Mühle heute beliebt für Hochzeits- und Familienfeiern, aber auch viele Unternehmen schätzen Sie für Firmenevents und Tagungen. Info: www.kupfersiefermuehle.de


Literatur:
- Barbara Wenig, Rösrather Geschichtspfade, Rösrath 1994, S. 110-115
- Günter Grau u.a., Rösrather Stadt-Wanderungen Bd. 1, Rösrath 2001, S. 12/13
(Alle Schriften erhältlich im Geschichtsverein Rösrath und im örtlichen Buchhandel)

Die bisherigen Denkmale des Monats finden Sie, wenn Sie dem nachfolgenden Link für weitere Informationen folgen:
Denkmale des Monats