Geschichtsverein Rösrath
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Kreuzkirche Kleineichen
Rösrather Denkmal des Monats November 2014

Vom Gotteshaus zum Friedhof der Moderne
Eine Siedlung für „Eigenheimwillige“, begonnen 1934 auf einem 100 Morgen großen Gelände am Rande des Königsforstes, das ist der Ortsteil Kleineichen, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg weiter entwickelte und ein reges Dorfleben entfachte. Die evangelische Frauenhilfe sammelte 1963 Spenden, um eine eigene Kirche auf einem Grundstück am Eiserweg zu errichten. Nach Planungen des Architekten Horst Welsch entstand eine Kirche für bis zu 200 Gottesdienstbesucher mit Gemeinderäumen im Souterrain. Die 1963 erbaute Kreuzkirche erwies sich im 21. Jahrhundert als wirtschaftlich nicht mehr haltbar, so dass sogar ein Abriss in Erwägung gezogen wurde. Die dann aber nach einer Planung der Architektin Felicitas Casser in Angriff genommene Umwandlung in eine Urnengrabstätte, ein „Kolumbarium“, machte den architektonisch herausragenden Sakralbau zu einem besonderen Ort in Rösrath.

Die Kreuzkirche
   21.04.1963: 1. Spatenstich
   21.07.1963: Grundsteinlegung
   07.06.1964: Einweihung

Das Kolumbarium
   01.10.2012: Umwandlung in ein Kolumbarium
   23.03.2013: Einweihung als Begräbnisstätte

Das Kolumbarium - eine herausragende Begräbnisstätte
Das Kolumbarium in Kleicheichen steht jedem unabhängig von seiner Konfessions- oder Religionszugehörigkeit als Begräbnisstätte offen. Das Wort „Kolumbarium“ bedeutet „Taubenhaus“ und erinnert an die frühchristlichen Urnengrabstätten. Anstelle der Bankreihen bietet eine kreisförmige Bank rings um den Taufstein Möglichkeiten für Trauerfeiern, Gottesdienste und Veranstaltungen. In den Seitenarmen der Kreuzkirche befinden sich Stelen mit Nischen für die Urnen. In Einzel- und Doppelkammern finden insgesamt 762 Urnen Platz. Die hölzernen Abdeckplatten der einzelnen Kammern können mit persönlichen Daten versehen werden. Die Sitzgelegenheiten vor den Stelen dienen den Besuchern im Gedenken an die Verstorbenen. Die Ruhezeit beträgt 20 Jahre und kann verlängert werden. Nach Ablauf der Ruhezeit werden die Urnen in einer Gruft unterhalb der Kirche für immer beigesetzt.

Das Denkmal
Auch wenn die Kreuzkirche noch kein eingetragenes Denkmal ist, so gehört sie dennoch zum Kreis der besonderen Bauwerke Rösraths. Auf dem Grundriss eines gleichschenkligen Kreuzes plante der Forsbacher Architekt Horst F. K. Welsch den Kirchenbau als aufsteigende Pyramide mit einem Wechsel von geschlossenen und verglasten Flächen, was der Dachkonstruktion jede Schwere nimmt. In der verschieferten Turmpyramide markieren Schallöffnungen den Sitz der Glockenstube. Innen steigen vier trapezförmige, holzverkleidete Decken auf und führen über der Mittelachse zu einer quadratischen Deckenfläche. Helligkeit und Leichtigkeit bewirken die künstlerisch gestalteten Bleiglasfenster, die in die stumpfe Raumpyramide stoßen. Sie stellen Motive aus dem Abendmahl dar und sind das Werk von C.A. Dedy, Bergisch Gladbach. Der Mittelpunkt des Zentralraumes wird nach wie vor von dem Taufstein markiert, in dessen Form sich das gleichschenklige Grundrisskreuz wiederholt. Die in den Taufstein eingelegte emaillierte Schale, die den Sündenfall darstellt, wurde ebenso wie das große gleichschenklige Kreuz von dem Kölner Künstler Egino Weinert geschaffen.


Literatur:
- Schriftenreihe des Geschichtsvereins Rösrath (Band 12): Kleineichen, Eine Waldsiedlung wird 50 Jahre alt, Rösrath 1984
- Helmut Fußbroich, Günther A. Menne, Christoph Nötzel (Hrsg.): Evangelische Kirchen in Köln und Umgebung. J.P. Bachem Verlag, Köln 2007
Internet: evkirche-roesrath.de

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