Geschichtsverein Rösrath
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Kloster Rösrath
Rösrather Denkmal des Monats April 2014

Einen besonderen Platz im Ensemble der ehemaligen Klostergebäude nimmt die Kirche ein: ein zur Straße hin giebelständiger, verputzer Saalbau mit dreiseitigem Chorabschluss, der von einem verschieferten Satteldach eingedeckt ist. Wegen Baufälligkeit wurde die Kirche 1903- 1908 umfassend renoviert und teilweise bis zum Sockel abgetragen. Der Saalraum, der zuvor im Innern eine flache Holztonne hatte, erhielt ein Kreuzrippengewölbe, das außen durch doppelt abgetreppte Strebepfeiler zwischen den Rundfenstern aufgefangen wurde, während in der Ostwand ein rundbogiges, mit der Jahreszahl 1684 bezeichnetes Portal des Klosters wiederverwendet wurde. An der Südseite wurde eine Sakristei angebaut, darüber eine Empore, mit Doppelarkade zum Kirchenschiff geöffnet. Zahlreiche Elemente barocker Innenausstattung sind vorhanden: Kanzel, Orgel, Altäre und Statuen, die in den unten aufgeführten Heften im Detail beschrieben sind.

Wie es zum Kloster in Rösrath kam
Als der Kölner Erzbischof Maximilian Heinrich von Bayern 1672 die Schenkung der Rösrather Vitus-Kapelle an die Kölner Augustiner-Eremiten bestätigte und ihnen die katholische Christenlehre sowie die Bekehrung von Nicht-Katholiken in Rösrath ans Herz legte, lagen die Ereignisse der Reformation und die konfessionelle Spaltung der Sülztalgemeinde schon eine Weile zurück: Um 1563 war die Volberger Pfarrei evangelisch geworden, während die Adeligen der Häuser Stade, Venauen und Eulenbroich katholisch geblieben waren. Sie bemühten sich nunmehr um eine ortsnahe seelsorgerische Betreuung, da die nächstgelegene katholische Pfarrkirche in Altenrath war. Augustiner-Eremiten ließen sich anwerben, und so entstand ab 1677 ein Klostergebäude in Rösrath. 1703 wurde die Kirche fertiggestellt, 1798 ein Friedhof angelegt und 1710 eine Schule eingerichtet. Aufklärung und Franzosenkriege führten schließlich zum Niedergang der Klöster in der Region, deren Aufhebung im Herzogtum Berg 1803 beschlossen wurde. Rösrath diente noch fast drei Jahrzehnte als Zentralkloster für Ordensleute aufgelöster Konvente der Umgebung und wurde mit dem Tod des letzten Augustiner-Eremiten 1831 geschlossen.

Vom Kloster zur Wohnanlage
Erst im Jahre 1853 wurde Rösrath nach der endgültigen Lösung von Altenrath eine eigenständige Pfarrei: Die Klosterkirche wurde zur Pfarrkirche St. Nikolaus von Tolentino, aus dem angrenzenden Konventsgebäude wurde das Pfarrhaus mit Wohnung und Verwaltungsräumen, das anschließende Augustinushaus diente bis in die 1950er Jahre als Schulgebäude für Rösrath. Nach dem Neubau der Volksschule am Sandweg wurde das Augustinushaus zum Pfarrsaal und zur Bücherei umfunktioniert. Die unterhalb des Klostergeländes im Sülztal gelegene Klostermühle wurde verkauft und Ende des 20. Jahrhunderts in die Nähe von Haus Eulenbroich transloziert, weil sie der Planung einer Umgehungsstraße für Rösrath im Wege war. Heute beherbergt das Gebäude ein allseits bekanntes Restaurant. In neuerster Zeit erfuhr das Klostergelände eine moderne Arrondierung zur Talseite hin: Im Frühjahr 2014 wird die von der Kreissparkasse Köln errichtete Wohnanlage, zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 12 hochwertigen Eigentumswohnungen, unter der Bezeichnung „Klostergarten Rösrath“ bezogen und eröffnet.


Literatur:
Schriften des Geschichtsvereins Rösrath:
- Waltraud Rexhaus, In Gottes Namen - Die Augustiner-Eremiten zu Rösrath
- Waltraud Rexhaus, Der Liber Conventus - Das Klosterbuch der Augustiner-Eremiten
- Helmut Wolff (Hrsg.), Katholische Pfarrkirche Rösrath - Ein kleiner Führer
Schriften der Stadt Rösrath:
- Barbara Wenig, Rösrather Geschichtspfade (Route 1, S. 79 ff.)
Schriften der Pfarrgemeinde Rösrath:
- St. Nikolaus von Tolentino in Rösrath - Kirche erleben - Kirchenraum erleben
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Denkmale des Monats